Maschkera und Schellenrührer

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Spontantrip am unsinnigen Donnerstag nach Mittenwald.

Von Dreikönig bis Faschingsdienstag ziehen Maschkera durch die Orte im Süden Bayerns. Besonders viele und schöne dieser Figuren mit Holzmasken sieht man in Mittenwald. 

Mittenwald / Alpenwelt Karwendel – Seit Jahrhunderten „geht man Maschkera“ in der Alpenwelt Karwendel. Männer mit Holzlarven (Masken), altem Gewand und Musik­instrumenten ziehen während der „Fosnocht“ (Faschingszeit) durch Gassen und Wirtshäuser. Höhepunkt ist stets der „Unsinnige“ Donnerstag vor dem Faschingswochenende, diesmal der 20. Februar 2020.

Wichtigstes Accessoire eines Maschkera ist die Larv‘ – wie man im Werdenfelser Land die Holzmaske nennt. 

Heute noch ist die Maschkera-Tradition quicklebendig. Und heute noch braucht es dazu mehr als eine schöne Larve: „A guata Maschkera ist nicht mehr er selber, sondern lebt seine Rolle. So kannst mal über die Stränge schlagen, umanand blödeln“, meint Holzbildhauer und Kunststudent Ostler, der selbst schon an die 20 Larven geschnitzt hat. Er geht gerne Maschkera, meist spontan an den Maschkera-Tagen Montag, Dienstag oder „Pfinztag“ (Donnerstag). Dann schlüpfen er und seine Freunde in altes Gewand, ziehen ein Kopftuch über Haare und Ohren, setzen ihre Larve auf und ziehen los. Dabei unerkannt zu bleiben, ist ein Muss. Schnapszahl zum Höhepunkt des Maschkera-Treibens

Der „Unsinnige Donnerstag“ fällt diesmal auf den 20. Februar 2020. Pünktlich zum Zwölf-Uhr-Läuten der Kirchenglocken werden die bekanntesten Maschkera, die „Schellenrührer“, durch Mittenwald, Krün und Wallgau ziehen. In kurzen Lederhosen, weißen Hemden, mit umgeschnallten schweren Ochsenglocken, grünen Hüten und hinter Holzlarven hüpfen dann jeweils 12 Männer – für die 12 Monate des Jahres – in einer Reihe rhythmisch durch die Alpenwelt-Orte, um den Winter zu vertreiben. In Mittenwald gestalten viele weitere traditionsreiche Figuren und Gruppen, wie

Pfannenzieher, Bärentreiber, Hexen und Jacklschutzer und das „Mühlradl“ den Fasnachts-Umzug. Während der Faschingszeit kehren Maschkera immer wieder zur „Gungl“ in einige Mittenwalder Gasthäuser ein, um zu musizieren und die Mädchen zum Tanz zu holen.

Hintergrund

Die Maschkera-Tradition der Alpenwelt Karwendel stammt aus vorchristlicher Zeit. Das Ende der Rauhnächte am Dreikönigstag steht für den Wendepunkt, ab dem die Natur allmählich wieder erwacht. Das Maschkera-Treiben sucht, Schwermut und Dunkelheit des Winters zu vertreiben, und schürt die Vorfreude auf den Frühling und mehr Licht.

Quelle: https://www.alpenwelt-karwendel.de/maschkera-fruehling